Auszug

Eigentlich sollte ich gar nicht nach München. Saarbrücken/Homburg war der Plan, und der ging ganz schön in die Hose. Macht aber nichts, denn München ist immer noch, war immer, und wird immer die schönste Stadt der Welt für mich sein.

Hier spricht man meine Sprache, denkt wie ich (die Grünen haben in München die Mehrheit bei der EU Wahl bekommen), ist warm und einladend. Wer sich als Münchner fühlt, der wird als Münchner wahrgenommen.

Die Stube

Und genau hier hatte ich meine Stube, das Zimmer in dem es fast immer nach Tee roch, das im kalten Winter so angenehm golden warm war, von dem aus man in die Gärten sehen konnte und den Frühling bewundern. Hier liebte ich, lachte, weinte ein paar mal, und hier saß ich, als das Angebot kam, nach Zypern zu gehen.

Zypern

Zypern ist das genaue Gegenteil Münchens.

Eine geteilte Insel, auf der immer noch starke Animositäten zwischen Zyprioten herrschen. Die letzte geteilte Stadt Europas, im Norden die türkischen Zyprioten, deren Gebietsanspruch durch 30,000 türkische Streitmächte gesichert ist, die jedoch von keinem Land der Welt als legitim gesehen werden. Im Süden die griechischen Zyprioten, und dazwischen eine UN Sicherheitszone.

Nebenan Syrien, die Türkei, und Israel, und wenn der Wind richtig steht kann man den Krieg auf der anderen Seite des Wassers hören. Geflüchtete erreichen die Ufer der Insel täglich.

Aber Zypern ist auch eine Chance. Eine Chance etwas ganz Neues anzufangen und gleichzeitig, nach 25 Jahren, etwas angefangenes zu Ende zu bringen. Und schon irgendwie, dem Krieg und den Animositäten zum Trotz, Arbeiten wo Andere Urlaub machen.

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