24 Dinge, die ich mit meiner BahnCard 100 machen will wollte.

Am 1.4.2019 ist's für mich vorbei. Verspätungen, Ausfälle, belegte Sitze, unfreundliche Mitfahrer, kaputte Züge, mehr als nur ein paar mal "angemacht" werden, weil ich nicht wie ein BC100 Kunde aussehe, in den Lounges in Frankfurt und Köln auch mal mit der Polizei reden "dürfen", und einiges Andere. Damals, 2014, war's noch anders: ich hatte gerade eine BahnCard 100 First bestellt, und war voller Tatendrang.

Also machte ich eine Liste. 24 Dinge, die ich unbedingt mit der BahnCard 100 machen wollte. Gemacht habe ich sie alle, 2016 war ich durch. Hier sind sie. Warnung: einige dieser Dinge sind/waren nicht jugendfrei.

✔️ Surfen auf Sylt. Am Abend nach der Arbeit in Frankfurt in den Zug gesprungen, von dort nach Hamburg geschlafen, in den RE umgestiegen, und gegen 11 in auf Westerland angekommen. Surfboard zum Strand geschleppt, ein paar Breaks gefangen, Abendessen und gegen halb acht abends wieder im Zug gesessen, über Nacht von Hamburg nach Frankfurt geschlafen, und Sonntag entspannt.

✔️ Die wenigsten Schritte zum MediaMarkt finden. Ich wohnte damals in Friedrichsdorf bei Frankfurt. Zum MediaMarkt war's ein ganz schönes Gehampel mit dem Bus. Die wenigsten Schritte musste ich gehen, wenn ich in Venlo einkaufte, da ist der MediaMarkt direkt am Bahnhof.

✔️ Die längste zusammenhängende Bahnfahrt ohne Umsteigen - den IC2216 von Oldenburg nach Greifswald (1300km), den IC2229 von Kiel nach Passau (1225km) und den IC2012 von Leizpig nach Oberstdorf (1080km) fahren.

✔️ Die "extremen" Städte abfahren - das war gar nicht so einfach. Glücksburg an der Ostsee ist die nördlichste Stadt, und da kommt man mit dem Zug ganz und gar nicht einfach hin. Den nördlichsten Punkt, Ellenbogen auf Sylt, habe ich irgendwann einmal mit dem Rucksack angewandert als ich wieder einmal surfen war. Sonthofen in Bayern ist die südlichste Stadt, welche ebenso schwer per Bahn zu erreichen ist. Das Haldenwanger Eck, die südlichste Stelle, erwanderte ich dann ein paar Wochen später. Von dort ging es nach Aachen, der westlichsten Stadt, und per Bus nach Selfkant, der westlichsten Gemeinde. Nach einer besch... Nacht am Aachener Hbf ging es weiter nach Görlitz, der östlichsten Stadt. Zwei Wochen später ging es wieder los, diesmal Kempten, Trier, Mainz, und Worms, die sich alle um den Titel der ältesten Stadt schlagen, dann Geestland bei Cuxhaven, welches 2016 die jüngste Stadt Deutschlands war.

✔️ Weihnachtsmärkte - 18 Weihnachtsmärkte in einer Saison (2016) waren mein letztes großes Hurrah. Am schönsten waren der schwule Weihnachtsmarkt in Hamburg, der Markt in Bamberg, Esslingen, Gosslar, und Essen.

✔️ Dem 200km/h Club beitreten - hier habe ich ein bisschen geschummelt, die ZuB mit der ich eine Beziehung hatte (wir haben uns mal im Zug kennengelernt) wollte dem nämlich auch beitreten. Der 200km/h Club ist der Mile High Club für Bahnfahrer, mehr oder weniger.

✔️ Ist ein Arzt an Bord? - Frühling 2015 habe ich einem Fahrgast medizinische Hilfe geleistet und endlich mal den berühmten Arztkoffer gesehen, der im ICE vorgehalten wird. Besser ausgestattet als so manche Tagesklinik.

✔️ Ein Buch im Zug schreiben - ist zwar kein Buch geworden, aber meine Fachtitelarbeit in Neuropsychologie habe ich vollständig im ICE geschrieben.

✔️ 24 Freunde in 24 Tagen in ganz Deutschland besuchen - von Bayern bis Kiel habe ich 24 Tage lang auf Couch, Boden, und in Gästebetten geschlafen und 24 Freunde besucht. Von jedem Freund habe ich eine Kleinigkeit dem nächsten mitgebracht, z.B. meiner Bekannten in Köln einen kleinen Elefanten aus Glas aus Korbach gebracht und eine wunderschöne Vase nach Mainz mitgenommen.

✔️ Die 30 größten Städte in Reihe besuchen - von Berlin ging es nach Hambug, dann München, von dort nach Köln und Frankfurt, und so weiter, bis ich auf der Fahrt von Chemnitz (#29) nach Aachen (#30) beschloss, so einen Mist nie wieder zu machen.

✔️ In der Bahn "wohnen" - eigentlich wollte ich das nur im Rahmen meiner "30-Städte" Tour machen. Dann machte es aber fast Sinn, da meine Arbeitsplätze über ganz Deutschland verstreut sind und ein nicht unerheblicher Teil meiner Gage in Hotels floss. Also zog ich in den Zug um. Bereut habe ich es nicht, schnell mal einen Job in Berlin und am nächsten Tag in München annehmen können hat sich finanziell auch rentiert. Nach zwei Monaten hatte ich dann fast genug und schlief mehr und mehr wieder daheim... auch weil die Verspätungen und Ausfälle diese Art der Arbeit oft zum Mega-Stress mutieren liessen.